Die Ortsgruppe Unterleinleiter

derzeit ohne 1. Vorsitzenden

 2. Vorsitzender: Lorenz Eberlein, Unterleinleiter

 

Geschichte des FSV-Unterleinleiter

Die Vorgeschichte

Vorläufer des heutigen Fränkische-Schweiz-Vereins Unterleinleiter war der „Verschönerungsverein". Lehrer Hans Hertel hatte zum 28. August 1928 in das Nebenzimmer des Gasthauses Herbst Interessenten aus der Geschäftswelt, Naturfreunde, Bürgermeister Kormann und den Vorstand des Sportvereins „geziemend" eingeladen zur Gründung eines Verschönerungsvereins. 14 In­teressenten waren gekommen. Lehrer Hertel übernahm die Leitung der Ver­sammlung und stellte die Vorteile einer Heimatverschönerung klar heraus:

- „Jeder Mensch des 20. Jahrhunderts legt höhere Maßstäbe an Sauberkeit und gesunden Fortschritt.

- Der deutsche Wanderer hat sein Au­genmerk auf die Naturvorzüge unseres Heimatortes gelegt.

- Der Fremdenverkehr kann ein Schlüs­selgewerbe werden.

- Der Verschönerungsverein hat große Aufgaben zu leisten zum kulturellen und wirtschaftlichen Wohl der Gemeinde." Von der Versammlung wurden einstim­mig gewählt: Herr Schlossverwalter Amon als Vorstand, Herr Lehrer Zahn als Schriftführer und Herr Kaufmann Hans Knoll als Kassier. Lehrer Hans Hertel gestattete sich, dem neuen Verein das Motto in die Wiege zu legen: „In Not­wendigem Einheit, in Zweifeln Freiheit, in allem Duldung."

Bereits in der 2. Sitzung, dem 24. Okto­ber 1928, wurden wichtige Vorhaben in Angriff genommen:

Wegen Eingliederung des Verschö­nerungsvereines in den Fränkischen-Schweiz-Verein als kooperatives Mitglied solle mit diesem in Beziehung getre­ten werden. Schriftführer Ludwig Zahn sprach über die Entstehung und Be­deutung eines neuen Heimatliedes der Fränkischen Schweiz. Er las und spielte dieses vor. Bis zur nächsten Saison sol­len mehrere hundert Exemplare in Post­kartenformat zum Verkauf aufliegen. Der Wille, etwas für die Verschönerung und Bedeutung des Dorfes zu tun, war groß. Der Verein hatte aber bereits in den ersten Jahren seines Bestehens Span­nungen durchzustehen, die seinen Bestand gefährdeten. Der Vorstand, Schlossverwalter Amon, legte im März 1929 aus Gesundheitsgründen sein Amt nieder. In Abwesenheit wurde Flasch­nermeister Georg Kolb zum 1. Vorsit­zenden gewählt. Dieser nahm aber die Wahl wegen Arbeitsüberlastung nicht an. In der Generalversammlung vom 30. Dezember 1929 wurde schließlich Lehrer Ludwig Zahn zum neuen Vorsitzenden gewählt. 2. Vorsitzender wurde Hans Hohe, Hausnummer 86 (Schuster), Kas­sier Kaufmann Hans Knoll. Der geplante Anschluss an den Fränkische-Schweiz-Verein als kooperatives Mitglied wurde aus Kostengründen fallen gelassen; der Beitrag war zu hoch. Angestrebt wurde die Gründung einer Ortsgruppe „Leinlei­tertal" des Fränkische-Schweiz-Vereins mit Sitz in Heiligenstadt. Auf Vorschlag des Vorstandes wurde in einer außerordentlichen Mitglieder­versammlung am 27. Mai 1930 der Ver­schönerungsverein in „Verkehrsverein" umbenannt. Man folgte in dieser Angele­genheit den anderen „Sommerfrischen" in der Fränkischen Schweiz. Die Mitglie­derzahl war in den beiden ersten Jahren des Bestehens angewachsen, war aber dann wieder rückläufig und wird 1930 mit 29 angegeben. Um die anfallenden Arbeiten leisten zu können, wurden die Mitglieder zu „Frondiensten" herangezo­gen. Im Jahr 1932 kam der Verein wie­der in eine Krise. 1. Vorsitzender Ludwig Zahn und 2. Vorsitzender Lothar Herbst, der nach Rücktritt von Hans Hohe am 5. Januar 1931 gewählt wurde, legten ihre Ämter nieder. In einer Versammlung am 8. Mai 1932 wurden Erhard Meier zum 1. Vorsitzenden und Herr Aßmann zum 2. Vorsitzenden gewählt. In der General- Versammlung am 30. März 1933 nahm Lehrer Ludwig Zahn das Amt des 1. Vor­sitzenden wieder an. Den Posten des 2. Vorsitzenden übernahm Lehrer Spang­ler. Die Zeit des Dritten Reiches erreichte in den folgenden Jahren auch das Ver­einswesen. Den Bericht über die Gene­ralversammlung am 3. Juni 1934, bei der neun Mitglieder anwesend waren, unter­zeichnete der Vorstand und Schriftführer Zahn als Führer des Verkehrsvereines Unterleinleiter. Die letzte Hauptversamm­lung in den 30er Jahren war am 17. Mai 1936 im Lokal Herbst. Eingeladen dazu hatte Erster Bürgermeister Fritz Regus. Er war auf Grund eines Gesetzes 1. Vor­sitzender des Verkehrsvereines. Lehrer Ludwig Zahn hat das Protokoll als „Ge­schäftsführer" unterzeichnet. In den Fol­gejahren ruhte die Vereinstätigkeit. Ein­träge im Protokollbuch finden sich nicht. Erst nach dem Krieg im April 1949 ha­ben 12 beherzte Männer des Ortes einen Aufruf erlassen zur „Wiedergründung des ehemaligen Verschönerungsvereines Unterleinleiter". Aufzeichnungen über eine Gründungsversammlung finden sich aber nicht. Eine gewisse Vereinstätigkeit muss aber in den folgenden 10 Jahren doch gewesen sein, denn zu einer Ge­neralversammlung am 9. Februar 1960 hatte der Vorstand Hans Regus eingela­den und er erstattete den 35 anwesen­den Mitgliedern einen Tätigkeitsbericht für 1959. Bei dieser Versammlung 1960 wurde Andreas Braungardt zum 1. Vor­sitzenden gewählt und Siegfried Schmidt zu seinem Stellvertreter. Andreas Braungardt führte den Verein 10 Jahre. Er verstand es, unterstützt von weitsichtigen Vorstandmitgliedern, zahlreiche Aktivitäten in Kultur- und Landschaftspflege zu entwickeln. Das Wegenetz wurde erweitert, Bänke und Sitzgruppen an Wanderwegen wurden aufgestellt und Heimatabende für Som­mergäste und Dorfbewohner durchge­führt. Auch ein Ortsprospekt wurde der

Öffentlichkeit vorgestellt. Jedes Jahr wurde die in der Satzung geforderte Ge­neralversammlung abgehalten. Der Ver­ein wuchs und bald war jeder 10. Bewoh­ner des Ortes Mitglied im Heimatverein. Für den 15. September 1968 wurde zu der Jubiläumsversammlung in den Saal des Gasthofes Herbst eingeladen. Der Verschönerungsverein war 40 Jahre alt geworden. Zur Freude aller Mitglieder und Dorfbewohner waren auch ver­schiedene Gründungsmitglieder, die den Verein 1928 aus der Taufe hoben, zu der Festveranstaltung gekommen, wie der frühere Lehrer und jetzige Schulrat a. D. Hans Hertel, Oberlehrer Ludwig Zahn, Kaufmann Hans Knoll, Georg Winkler, Hans Winkler, Hans Hohe und Gott­fried Schmidt. Von der Blaskapelle des Fränkische-Schweiz-Vereins unter Sieg­fried Billich kamen die musikalischen Beiträge.

Die Ära Siegfried Schmidt -der Eintritt in den Fränkische-Schweiz-Verein

In der Generalversammlung am 17. Juni 1970 vollzog sich ein Wechsel in der Vor­standschaft. Andreas Braungardt bat, von einer Wiederwahl abzusehen. Neuer erster Vorsitzender wurde der bisherige 2. Vorsitzende Siegfried Schmidt. An­dreas Braungardt war bereit, als 2. Vor­sitzender weiterhin im Verschönerungs­verein mitzuarbeiten. Er schrieb auch künftig die Protokolle. Heimatfreund Siegfried Schmidt war bis 1997 Erster Vorsitzender. Er hat in diesen drei Jahr­zehnten viel bewegt in den Bereichen Kultur und Landschaftspflege. Im Jah­re 1973 wurde der Name geändert. Man nannte sich fortan „Fränkische-Schweiz-Verein" Ortsgruppe Unterleinleiter. Eine Trachtensinggruppe fand sich zusam­men und unter der Leitung von Ernst Low pflegte man das fränkische Mundartlied und bereicherte mit Liedvorträgen viele kulturelle Veranstaltungen des FSV. Um Heimatfreund Kurt Kenkel gruppie­rte sich eine Volkstanzgruppe, die bei vielen öffentlichen Veranstaltungen zu sehen war. 1978 feierte man 50. Ge­burtstag des Heimatvereines und konnte dazu noch einmal zu einer Teilname den Gründungsvorstand Ludwig Zahn aus Forchheim gewinnen. 1983 fanden sich unter der Leitung von Studiendirektorin Helga Bedacht junge Frauen des Ortes zusammen und nähten sich selbst unter der fachlichen Betreuung von Elisabeth Philipp eine fränkische Tracht. Die von Siegfried Schmidt angeregten Heimata­bende für Mitglieder und Sommergäste, Weinfeste, Rosenmontagsbälle, Wander­tage und Ausflüge nach Bonn und Berlin wurden von den Heimatfreunden des Ortes gerne angenommen. Das „Drei­gestirn" Erich Hönisch, Kurt Kenkel und Erich Bagorsky hielten Wanderwege, Markierungen und Sitzgruppen in Ord­nung. 1997 zog sich Siegried Schmidt aus der Führung des Vereins zurück. Er wurde dank seiner Verdienste zum Eh­renvorsitzenden ernannt. Ihm folgte an der Spitze sein Stellvertreter Rolf Pätschinsky.

Neue Schwerpunkte unter Rolf Pätschinsky

Rolf Pätschinsky setzte vor allem im kul­turellen Bereich seine Schwerpunkte. Eine Kulturfahrt nach Bayreuth wurde geplant und 1998 durchgeführt. Im De­zember 1997 wurde der „Laderer Ad­vent" angeboten, der in den Folgejahren im Jahresprogramm einen festen Platz einnahm. Auch ein Trachtennähkurs kam wieder zustande. Beim Familienwan­dertag am 1. Mai wurden besonders die Schüler durch ein Wanderquiz aktiviert. Beim 30. Jubiläum der Laderer Sing­gruppe 1999 war der FSV Ausrichter bei einem bemerkenswerten Sänger- und Musikantentreffen. Nach 12 Jahren zog sich Rolf Pätschinsky 2009 aus der Vor­standschaft zurück.

Seit 2009 eine Übergangszeit...

Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte in der Jahresversammlung am 12. März 2010 Jörg Schneider als 1. Vor­sitzender gewonnen werden. Dieser zog sich aber bereits nach einem Jahr wieder aus der Vereinsarbeit zurück, so dass die Ortsgruppe Unterleinleiter des FSV zur Zeit ohne 1. Vorsitzenden auskommen.

Aus: FSV- Heft 4 2011 Ernst Löw (Schriftführer der FSV-Ortsgruppe):