Bericht der FSV - Herbstversammlung am 27.10.2017

HOLLFELD. Anlässlich der 1000-Jahrfeier der Stadt Hollfeld fand die diesjährige Herbstversammlung des Fränkische Schweiz - Verein, zu der alle Ortsgruppenvorsitzenden und Arbeitskreisleiter eingeladen sind, im Wittelsbacher Hof statt. Und, obwohl der FSV ein Kulturverein ist, der sich um vielfältige kulturelle Belange kümmert, stand wieder einmal das Wandern im Mittelpunkt des Interesses.

Eines der behandelten Hauptthemen war der Umgang mit „Wildplakatierern", die offenbar hemmungslos ihre eigenen Wander,- Rad- oder sonstigen Hinweistafeln auf vorhandene Wegweiserpfosten der Gemeinden oder der betreuender FSV-Ortsgruppen anbringen. In der Diskussion wurden zwei Lager deutlich. Zum kritischen Lager gehört die Ortsgruppe Aufseß, die massiv betroffen ist, wie deren Bürgermeister Ludwig Bäuerlein deutlich machte. Seine Gemeinde hat im Zuge der Neubeschilderung alle Pfosten und Schilder in einheitlichem Design herstellen lassen und stellt sie der FSV-Ortsgruppe für die Wegemarkierungspflege zur Verfügung. Doch mittlerweile ist aus dem einheitlichen Design ein Wildwuchs an Schildern entstanden. Neben großformatigen Tafeln von Mountainbikerouten und anderer Radwege die, was die Sache noch erschwert, auf dem Weg der Wanderwege verlaufen bis hin zu Hinweisschildern auf Gastwirtschaften am Weg finden sich mittlerweile eine Vielzahl an Hinweistafel, die alle eines gemeinsam haben: Sie wurden ohne Rücksprache mit dem Eigentümer, der Gemeinde Aufseß, oder dem Pfleger der Wege, der FSV-Ortsgruppe angebracht. Die Befürworter des Schilderwaldes sind der Meinung, jedes Schild mehr biete dem Wanderer eine wichtige Zusatzinformation die helfen kann die Wanderung zu einem Erlebnis werden zu lassen. Und Wanderer sind Gäste, die auch gerne ein Gasthaus in Anspruch nehmen, wenn auf einem Schild am Wegepfosten darauf aufmerksam gemacht wird. Auf der anderen Seite meinen die Gegner des Schilderwaldes, eine solche Beschilderung nutze ja nur dem, der sie anbringt. Also solle diese Person dafür etwas bezahlen, was aber voraussetzt, dass sich die Leute vorher mit der Gemeinde in Verbindung setzen, was bisher nicht geschah. Es kann nicht sein, so die einhellige Meinung in der Versammlung, das Profitstreben auf dem Rücken der ehrenamtlichen Helfer gefördert wird. Deshalb geht die Gemeinde Aufseß mittlerweile rigoros mit Wildplakatierern um und entfernt deren Schilder und Tafeln von den Markierungspfosten, die teilweise so massiv angebracht wurden, dass Maschinen notwendig sind, diese wieder zu entfernen.

Ein weiteres Thema war die geplante Premium-Wanderregion, die mit Hilfe der LEADER-Aktionsgruppe ins Leben gerufen werden soll, um aus der Fränkische Schweiz ähnlich wie im Frankenwald eine Wanderregion zu machen, die allen Ansprüchen gerecht wird. Die Ausschreibung die nach dem Willen der EU europaweit erfolgen muss, wird derzeit von einer Nürnberger Anwaltskanzlei vorbereitet, teile Hauptvorsitzender Reinhardt Glauber mit. Schon abgeschlossen sind die ersten Projekte; die Ausbildung von 22 Wegewarten und 16 Wanderführern. Aufgrund der hohen Nachfrage werden beide Kurse in 2018 wiederholt. Der Hauptwegemeister Fritz Sitzmann ergänzte, dass bei der diesjährigen Abrechnung der Wegepflege von 38 Ortsgruppen ein Volumen von rund 46 000 Euro Ausgaben ermittelt wurden., Er rechnet damit, dass etwa 15 000 Euro Zuschuss vom Freistaat gezahlt werden, die dann anteilsmäßig auf die Ortsgruppen verteilt werden. Sitzmann setzt sich dafür ein, künftig mit dem Bayern-Atlas, der vom Landesvermessungsamt zur Verfügung gestellt wird, zu arbeiten. „99 Prozent unserer Wege sind dort mittlerweile eingestellt und aktualisiert worden", meinte Sitzmann stolz.
Erster Hauptvorsitzender Reinhard Glauber, 2. Bürgermeister Christian Schramm, OG-Vorsitzender Oskar Pirkelmann und auch Walter Tausendpfund lobten den Heimattag in Hollfeld, der nur zwei Makel aufwies: Am Sonntag früh zum Festgottesdienst war Glauber alleine und am Festkommers nahmen auch nur 20 Leute teil.

Walter Appelt vom AK Männertracht berichtet von der Trachtenausstellung, die der-zeit im Forchheim Pfalzmuseum läuft und davon, dass sich der AK Männertracht mit dem AK Frauentracht zusammenschließt, weil sowieso viele Arbeiten von beiden ge-meinsam gemacht werden und man dadurch Personal einsparen kann. Er sprach von regem Interesse auswärtiger Männer nach der erneuerten Männertracht. Das Interesse der einheimischen Männer hält sich dagegen noch in Grenzen und wäre „ausbaufähig", meinte er. Zum wiederholten Male wurde die Mustersatzung für Ortsgruppen ergänzt, teilte Glauber mit. Diesmal auf Wunsch des Finanzamtes Erlangen, die einen Passus wünscht, wonach das Vereinsvermögen nach einer Vereinsauflösung wieder an eine gemeinnützige Organisation übergehen soll. Die korrigierte Version wird in den nächsten Tagen zugestellt. Wolfgang Winkelsen, der Jugendwart des FSV feierte an diesem Abend seinen 84. Geburtstag. Die Versammlung sang ihn zu Ehren, zum Abschluss der Versammlung ein Geburtstagsständchen. Reinhard Löwisch