Der FSV - Kulturausschuss – Vorsitzender ist Walter Tausendpfund

Banaterstr. 8
91257 Pegnitz
Tel. 09241-3548
Fax: 09241-8986
E-Mail: walter.tausendpfund@t-online.de
http://www.walter-tausendpfund.de 

Er vertritt in der FSV- Vorstandschaft die Arbeitskreise, die nicht dem "Naturausschuss" angehören.

Also AK Heimatkunde mit FSV-Bücherei, Volksmusik, Mundart, Bauen und Gestsalten, Kreativzentrum Morschreuth, AK Jugendarbeit, Trachten. 

Den Jahresbericht des Kulturausschussvorsitzenden finden Sie im Downloadbereich bei den jeweiligen Jahresberichten

70 Jahre Walter Tausendpfund

PEGNITZ / FRÄNKISCHE SCHWEIZ. Am 9. November feierte Walter Tausendpfund aus Pegnitz 70 Geburtstag. Er ist nicht nur ein pensionierter Germanist und leidenschaftlicher Heimatkundler. Er ist auch ein fränkischer Gewürfelter, eine große Stütze des Fränkische Schweiz-Verein und einer der wenigen, der die fränkische Mundart in ihrer Vielfalt erhalten will. Fr sein Engagement wurde er mit vielen Auszeichnungen geehrt

Walter Tausendpfund wuchs im mittelfränkischen Allersberg auf und studierte (nach dem Abitur in Neumarkt/Opf.) an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen Geschichte, Deutsch und Sozialkunde für das Lehramt. Nach dem Studium war er bis zur Pensionierung 35 Jahren als Lehrer am Gymnasium in Pegnitz tätig. Weil er Kindheit und Jugend auf dem Lande verbrachte, fühlte er sich der fränkischen Mundart sehr eng verbunden. Seit 1974 veröffentlicht er immer wieder mundartliche Texte in Zeitschriften, im Rundfunk, auf eigenen CDs und in bisher über 30 Anthologien; hinzu kamen 13 eigenständige „mundartliche Beiträge“ (beispielsweise „Unser klaans Paradies“, „middn nai“, „Kirschgardn“) sowie Mundart-Theaterstücke und Freilicht-Heimatspiele, darunter 2011 für das Jubiläum 400 Jahre Stadt Betzenstein die Geschichte des Tiefen Brunnens. Im gleichen Jahr folgte sein Historienspiel um die Pfarrkirche von Pretzfeld. Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Mundarttheater Franken e.V. engagiert er sich seit über 25 Jahren bei der Organisation von regionalen und überregionalen Mundarttheatertagen und ist Dauergast im Bauernhofmuseum von Kleinlosnitz. Seine bisher letzte Publikation war 2013 "Die Fränkische Schweiz – Entdeckung einer reichen Kulturlandschaft" im Verlag Ellwanger, Bayreuth. Seit 1976 publiziert er auch zu verschiedenen heimatgeschichtlichen Themen der Fränkischen Schweiz. Im Fränkische-Schweiz-Verein (FSV) betreut er seit 1987 die vierteljährlich erscheinende Vereinszeitschrift und ist seit 1989 im Hauptvorstand als Kulturausschussvorsitzender aktiv. Damit ist er für die Kulturarbeit einer ganzen Region zuständig: für die Volksmusik, für die Trachtenarbeit, für die Heimatkunde, für die Morschreuther Malschule; schlicht für alles, was im FSV als Kulturarbeit bezeichnet wird. Dazu gehört auch die Organisation des Heimattages bis hin zu Festvorträgen und die Laudatios auf verdiente, ausgezeichnete Persönlichkeiten.

Als er 2008 für seine kulturellen Verdienste zum „fränkischen Gewürfelten“ gewählt wurde sagte Regierungspräsident Wilhelm Wennig über Ihn: „Neben der vielzitierten Wendigkeit, Witzigkeit und Widersprüchlichkeit, die der Frankendichter Hans Max von Aufseß dem typischen Franken mit auf den Weg gibt, schätzen es die »Mitfranken« besonders, wenn der neue Gewürfelte einer aus ihrer Mitte ist, der ihre Befindlichkeiten kennt, der ihnen aufs Maul schaut, auch einmal die Wahrheit sagt, aber ohne sie zu verletzen, und schließlich auch einer, der sich selber nicht so furchtbar ernst und wichtig nimmt. Genau so einer ist Walter Tausendpfund“.

Das Geburtstagskind hat (als bisher einziger) schon alle internen Auszeichnungen des FSV erhalten. Darüber hinaus ist er Kulturpreisträger des Landkreises Bayreuth, des Fränkische Schweiz-Vereins und des Frankenbundes und Ehrenmitglied der Arbeitsgemeinschaft Mundarttheater Franken. Ihm wurde die Ehrenmedaille des Bezirks Oberfranken (1996) und die Ernst-Pflaumer-Medaille der Literarischen Gesellschaft der Pegnitzschäfer verliehen sowie die Goldene Ehrennadel des Deutschen Wanderverbandes. Last but not least: Er ist in diesem Jahr auch der Präsident des Rotarierclubs Auerbach. Reinhard Löwisch

50 Jahre Kulturausschuss

FRÄNKISCHE SCHWEIZ 1964 kam es auf Anregung von Dr. Amandus Deinzer aus Gößweinstein zur Gründung eines „Kulturausschusses" innerhalb des Fränkische Schweiz-Vereins, dem Vertreter von drei Landkreisen und der Stadt Forchheim angehörten. Damit wurde die kulturelle Entwicklung einer ganzen Region, der Fränkischen Schweiz, maßgeblich gefördert und beeinflusst.

(Bild links ist vom 1. Heimmattag des FSV in Kirchenbirkig 1976. Foto: Maier)

Von Beginn seiner Gründung im Jahre 1901 an, verfolgt der Fränkische-Schweiz-Verein (FSV) bei seiner Arbeit zwei wesentliche inhaltliche Zielsetzungen: Die Natur- und Landschaftspflege sowie die Kultur- und Brauchtumspflege: Um beide großen Bereiche wirksam und nachhaltig zu fördern, bedarf es vieler helfender Hände. Die Arbeitskreise Wandern und Wege waren die ersten die der Heimatverein gegründet hat. Schließlich wollte man damit auch den aufstrebenden Fremdenverkehr und damit wirtschaftliche Interessen fördern; eine Grundidee des FSV. Der Arbeitskreis Natur- und Landschaftsschutz und der Arbeitskreis Höhle und Karst sind nach der FSV-Wiedergründung ins Leben gerufen worden. Mit der Gründung des Kulturausschusses im Jahre 1964 kam weitere Bewegung in diesen Bereich.

Unter den von der Mitgliederversammlung im Herbst 1964 bestimmten Kulturausschussmitgliedern waren unter anderem Bürgermeister Hans Daut, Egloffstein, Studienprofessor Max Schleifer aus Forchheim, Dr. Reinhardt aus Heiligenstadt und Lehrer H. Griebel aus Unterleinleiter. Dieser Kreis angeführt vom Gößweinsteiner Zahnarzt Dr. Amandus Deinzer gründete einen erste Arbeitskreis im Jahre 1969: Den Arbeitskreis (Ak) Volksmusik, der sich um den Erhalt und Fortbestand fränkischen Liedgutes kümmern soll. Er hat in den 70er Jahren die erste Volksmusik- Schallplatte herausgebracht und mit zahlreichen Musikfesten für den großen Bekanntheitskreis der Musiker und Sänger gesorgt. Unter dem derzeitigen Leiter Eberhard Hofmann (75) hat der Arbeitskreis im Jahre 2006 die Dokumentation „Singen und Musizieren in der Fränkischen Schweiz" veröffentlicht. Darin wurde mehr als 30 Gruppen portraitiert und deren Geschichte vorgestellt. Berühmt ist auch die seit 1978 jährliche stattfindende „Fränkische Weihnacht", die Reihe „Die Fränkische Schweiz musiziert", die es abwechselnd mit dem Heimattag gibt und die offenen Singtage im Fränkische Schweiz- Museum.

Einer der erfolgreichsten Ak's ist der Arbeitskreis Heimatkunde, der 1979 gegründet worden ist. Er veröffentlichte mittlerweile 40 heimatkundliche Schriften und trug damit wesentlich zum Erhalt unseres geschichtlichen Erbes bei. Gründungsleiter Dr. Hans Weisel verfährt erfolgreich nach dem Prinzip, dass der Erlös eines Buches das nächste Buch finanziert. Die Vereinsbücherei, ebenfalls ein „Kind des Ak Heimatkunde" wurde im gleichen Jahr ins Leben gerufen wie der Ak Heimatkunde; mit einem provisorischen Bücherzimmer im ersten Stock des Bürgerhauses in Ebermannstadt und einigen hundert heimatkundlicher Schriften. Dank des Gründungs-Bibliothekars Georg Knörlein aus Kirchehrenbach verfügt sie mittlerweile über mehr als 14 000 heimatkundliche Titel aus der gesamten Region. Gleichzeitig erfüllt die Bücherei die Funktion eines Bibliographischen Archivs für den Landkreis Forchheim. Der Ak Bauen und Gestalten, 1973 ins Leben gerufen und durch Gudila Freifrau von Pölnitz mit dem „Schmuckziegel" ausgestattet, sorgt sich um die „Fränkische Bauweise" und die historisch gewachsene architektonische Struktur der Dörfer. Jetziger Leiter ist Jürgen Schönfelder aus Hausen. Ihm ist die Digitalisierung des Anmeldeprocedere zur Schmuckziegelaktion und damit eine wesentliche Arbeitserleichterung der Arbeitskreismitarbeiter zu verdanken.

Dass der Schmuckziegel derzeit nur alle zwei Jahre vergeben wird, ist dem immensen organisatorischen Aufwand zur Ermittlung der Schmuckziegelanwärter geschuldet. Die Bildstelle, auch sie gibt es bereits seit 1978, verfügt mittlerweile über 12 000 historische Bilder und Ansichten, die vor allem die Vereinsereignisse für die Nachwelt erhalten und dokumentieren. Rund 10 000 der Aufnahmen liegen sogar digitalisiert vor. Die Morschreuther Malschule, 1974 gegründet und vor Jahren zum „Kreativzentrum Morschreuth" umbenannt, erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit, was die guten Teilnehmerzahlen der Kurse belegen. Ende des Jahres jedoch wird die Einrichtung, einst zum Erhalt bäuerlichen Brauchtums ins Leben gerufen, ihre Selbstständigkeit aufgeben und als „Kulturwerkstatt Morschreuth" Teil des Angebotes der Volkshochschule Landkreis Forchheim werden. Im Kreativzentrum war auch ein weitere wichtiger Arbeitskreis aktiv: Der Ak Trachten, derzeit unter Leitung von Hanna Erlwein. Er ist gerade dabei, die Dorftracht mit modischen Farben dem Zeitgeist anzupassen, um die Akzeptanz bei den jungen Frauen zu erhöhen. Daher bietet man dort seit einigen Jahren Trachtennähkurse an, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Der Arbeitskreis Mundarttheater wird seit vielen Jahren von einer Person am Leben erhalten: von Walter Tausendpfund, dem unermüdlichen Kulturausschussvorsitzenden des FSV.

Zugegeben: seine Mundart entspricht eher dem Nürnberger Dialekt, dort ist er aufgewachsen, doch seine Geschichten und „Geschichtla" stammen aus der Region und spiegeln die heitere Natur fränkischer Lebensweise wieder. Das Fränkische-Schweiz- Museum wurde ebenfalls in den Kulturausschuss eingebettet, obwohl es kein Arbeitskreis im klassischen Sinne ist. Damit machte der FSV deutlich, dass ihm das Regionalmuseum am Herzen liegt. Der Leiter des Kulturausschusses ist seit vielen Jahren Walter Tausendpfund. Er wirkt als Klammer zwischen allen Arbeitskreisen und er spielt auch mal Feuerwehr, wenn es dort irgendwo hakt. Zu seinem Aufgabengebiet gehört auch der Arbeitskreis Jugend, in dem die Jugendlichen der Ortsgruppen eine altersgemäße Aufgabe und Unterhaltung finden sollen. Tausendpfund ist als Schriftleiter der Herausgeber der Vereinszeitschrift und er ist für Laudatios zugunsten der Ehrenschild- und Kulturpreisträger und der Ehrenmitglieder zuständig. Ein richtiger kultureller „Tausendsassa", wie der Name schon aussagt. Reinhard Löwisch