Die FSV-Hauptvorsitzenden:

1. Pfarrer Johannes Tremel (1869-1935)

2. Dr. Adolf Schauwienold, der den Verein während des 1. Weltkrieges leitete.

3: Hans Hertlein aus Streitberg (1919 - 1934)

Seit der Wiedergründung:

4. 1947 - 1951  Johann Bezold (Gastwirt „Pulvermüller“)

5. 1951 - 1962  Heinrich Uhl (Rechtsrat in Ruhestand, Muggendorf)

6. 1962 - 1976  Franz Josef Kaiser (Landrat, Ebermannstadt)

7. 1977 - 1989  Fritz Preis aus Egloffstein

8. 1989 - 2001  Karl Theiler (Bürgermeister a.D.) aus Ebermannstadt

9. 2001 - 2013  Paul Pöhlmann (Eisenbahner und Bgm. a. D.) aus Muggendorf

10. 2013 -         Reinhardt Glauber (Landrat von Forchheim bis 2014) aus Pinzberg

 

1. Pfarrer Johannes Tremel (1869-1935). Er darf als der eigentliche Initiator des Vereins gelten, da er am 19. August 1901 bei der Einführung des Bezirksamtmannes Arnold Brinz in Pegnitz (im „Kolbsaal") in Anwesenheit zahlreicher Bürgermeister, Geistlicher, Lehrer etc. die Gründung eines Fränkische Schweiz- Vereins vorschlug und spontan 100 Mitglieder sammelte. Seiner Tatkraft und Entschlossenheit, aber auch seinem Blick über den Tellerrand hinaus verdankt der Verein seinen Gründungsimpuls. Ihm zur Seite stand Dr. August Deppisch (1862-1939), der l. (Haupt-) Vorsitzende des Vereins. Er galt als rhetorisch und organisatorisch ganz besonders begabt mit „bekannter Liebenswürdigkeit".

2. Dr. Deppisch. Zusammen mit Pfarrer Tremel legte Dr. Deppisch in der Schüttersmühle, vor den Toren Pottensteins (am Eingang zum romantischen Klumpertal), die Fundamente des Vereins: inhaltlich und organisatorisch. Von Anfang an stand die Bündelung von Brauchtumspflege und Naturschutz im Vordergrund. Sie zusammen sollten den Einheimischen in der Fränkischen Schweiz ihr Selbstbewusstsein bewahren helfen und zum Aufbau eines funktionsfähigen und sinnvollen Tourismus in dieser Region dienen.

2. Sein Nachfolger war Dr. Adolf Schauwienold, der den Verein in der harten Zeit vor und während des 1. Weltkrieges leitete. Als Arzt organisierte er bereits die Ortsgruppe Muggendorf. Als (Haupt-) Vorsitzender widmete er sich besonders dem Erhalt der Burgruine Neideck als Wahrzeichen der gesamten Fränkischen Schweiz.

3. Hans Hertlein aus Streitberg (1919 - 1934). Der „Schnapsbrenner" macht seine Gastronomie in Streitberg, insbesondere seine „Pilgerstube", zum Mekka der Fränkische Schweiz- Freunde und das offensichtliche „Multitalent" engagierte sich sogar als Herbergsvater in seiner Wahlheimat.

Nach der Wiedergründung:

4. „Pulvermüller" Johann Bezold. Der populäre humorvolle, originelle und sehr hilfsbereite Gastwirt aus Waischenfeld richtete für den Verein in Muggendorf eine Geschäftsstelle ein. Leo Jobst übernahm die Aufgabe der Wegemarkierung und schafft sein bis heute vorbildliches System.

5. Heinrich Uhl aus Muggendorf (1951 - 1962). Er leitete, bevor er sich als Pensionist in Muggendorf niederließ, zuvor den Oberpfälzer Waldverein. In seiner Zeit entstand die Neuauflage der Vereinszeitschrift mit dem Schriftleiter Dr. Benedikt Spörlein.

6. Franz Joseph Kaiser aus Ebermannstadt (1962 - 1976). Der Landrat des Kreises Ebermannstadt widmete sich ganz besonders der Kulturarbeit. Er stellte dem FSV auch kostenlose Geschäftsräumlichkeiten im Landratsamtsgebäude zur Verfügung, die der FSV bis 2012 kostenlos nutzen durfte. Die Vereinszeitschrift betreute nun in erster Linie der Volksschullehrer und Schriftsteller Erich Arneth.

7. Fritz Preis führte dieses Werk zunächst als Kulturausschussvorsitzender weiter: Unterstützt von seiner ganzen Familie, insbesondere seiner Gattin, die ihn auch schon während seiner Zeit im Kriegslazarett hingebungsvoll pflegte, unternahm er Ausgrabungen. Er führte die unvergessenen Burgkonzerte auf der Burg Egloffstein ein, gründete die Fränkische Schweiz-Kapelle, betrieb mit allem Eifer die Trachtenerneuerung in der Fränkischen Schweiz, betrieb maßgeblich die Einrichtung der Volkstumspflegestätte in Morschreuth, die auf einzigartige Weise nach den Vorgaben des Ehepaares Süllner (heue fortgeführt von deren Tochter Christel Nunn) kreativ- künstlerisches Schaffen und vertieftes Landschaftserlebnis verbindet und begründete neue Arbeitskreise zur Belebung der Kulturarbeit im FSV - so zum Beispiel den AK Bauen und Gestalten und den heute geehrten Arbeitskreis Heimatkunde und damit auch die so wertvolle Fränkische Schweiz-Bibliothek. Unter seiner Ägide wurde die Kulturarbeit des FSV weit über die Region hinaus vorbildlich.

Seine Zeit als Hauptvorsitzender (1976 - 1989) wurde vor allem von der damaligen Gebietsreform geprägt. Nachdem die Gebietsreform der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts leider keinen einheitlichen Landkreis „Fränkische Schweiz" entstehen lassen konnte, wurde von Fritz Preis mit der Einrichtung der „Heimattage der Fränkischen Schweiz" ein wichtiger Beitrag des Vereins zur Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls der nunmehr auf vier Landkreise verteilten Bevölkerung geleistet.

Mit der Eröffnung eines „Fränkische Schweiz-Museums" als Regionalmuseum im „Judenhof' zu Tüchersfeld ging ein lang gehegter Wunsch des Vereins Wirklichkeit.

Ein besonderer persönlicher Erfolg war für Fritz Preis die Durchführung des 88. Deutschen Wandertages in Bamberg im Jahre 1988, der von den angrenzenden Heimatvereinen ausgerichtet wurde und somit auch die Fränkische Schweiz mit einschloss. Die eigentliche Wanderarbeit lag damals aber auf den Schultern des unvergessenen Dekans i. R. Ernst Schlösser. Als wohl bester Kenner aller Wanderwege in der fränkischen Schweiz erstellte er unermüdlich Wanderprogramme und erprobte neue Formen der Gästebetreuung.

8. Karl Theiler aus Ebermannstadt (1989-2001)

Seine besondere Aufgabe war es, das schwere Erbe von Fritz Preis zu erhalten und weiterzuführen. Dazu gehörten: Modernisierung der Geschäftsstelle in Ebermannstadt. Systematisierung der Vereinsarbeit. Regelmäßige Ausstellungen der Arbeitskreise im Rahmen der „Heimattage". Naturschutz - insbesondere nach der folgenreichen Umstrukturierung im Bereich der Landwirtschaft, in deren Gefolge die Fränkische Schweiz zu verbuschen und ihr typisches Gesicht zu verlieren drohte.

Außerdem setzte er sich für die Weiterführung der die Finanzkraft des Vereins stark belastenden Zeitschrift in einer ansprechenden äußeren und inneren Form ein, damit sie in erster Linie (nicht den Belangen der Werbung) sondern dem FSV als wichtigstes Band zwischen den Mitgliedern und Freunden des Vereins dienen kann. Gleichzeitig ist in seiner Ära eine respektable Ausweitung des Mitgliederstandes unseres Vereins zu verzeichnen (von ca. 4500 auf 6300).

9. Paul Pöhlmann aus Muggendorf (2001-2012)

Er trat die Nachfolge von Karl Theiler an, hat „viel bewegt“, meinte Reinhardt Glauber in seiner Laudatio. In seine Ära fiel unter anderem die Gründung der beiden Ortsgruppen in Eggolsheim und Hallerndorf. Er war maßgeblich an der Einrichtung der beiden Qualitätswege Frankenweg und Fränkischer Gebirgsweg beteiligt und er sorgte für steten Mitgliederzuwachs. Pöhlmann begleitete die Herausgabe der Musikdokumentation durch den Arbeitskreis Volksmusik und hat die maroden alten Scheffeltafeln nach und nach erneuert und deren Geschichte mit einen Broschüre einem weiten Publikum bekannt gemacht. Ihm ist der Studesteig zu verdanken, den der FSV 2007 in Affalterthal anlegte und auf dem man vom Brunnleitental zum Spiegelfelsen gelangt, der wiederum eine herrliche Aussicht ins Wiesenttal gewährt. Pöhlmann organisiert fünf Heimattage und sorgte für eine Verjüngung der Funktionsträger im Hauptverein.  Der Verein verfügte bei seinem Ausscheiden als Hauptvorsitzender über rund 6500 Mitglieder.