26. Heimattag in HOLLFELD - Volksmusikabend:
"So singt und spillt mer bei uns".

HOLLFELD. Mit rund 200 Menschen gut gefüllt, war die Stadthalle in Hollfeld, als zum Auftakt des 26. Heimattages ein Volksmusikabend nach gewohntem Muster über die Bühne ging. Es gab drei Musikgruppen die Eberhard Hofmann, früherer Leiter des AK Volksmusik, samt ihrer Musik vorstellte. Es gab abwechselnd dazu die mundartlichen Wortbeiträge von Walter Tausendpfund und es gab nachdenkliche Worte des Hollfelders und Bayreuther Heimatpflegers Günther Hofmann, der seine Gedanken zur Entwicklung seiner 1000-jährigen Stadt vortrug. Die 4. FSV-Hauptvorsitzende und Bürgermeisterin von Hollfeld, Karin Barwisch übernahm die Begrüßung der Gäste, darunter als Ehrengäste Landrat Dr. Hermann Ulm (Forchheim) und die Bürgermeister Escher (Plech) und Pirkelmann (Waischenfeld). Oskar Pirkelmann, Chef des Heimat- und Verschönerungsvereins und früherer FSV-Hauptvorsitzender (nicht verwandt mit dem Waischenfelder Bürgermeister) hieß alle Gäste ebenfalls herzlich willkommen und betonte, dass der Heimattag auch die Aufgabe habe, „dass Flair der Fränkischen Schweiz nach außen zu tragen“. Besonders im Hinblick auf den Nachwuchs mahnte er die meist älteren Anwesenden, auf die Jugend zuzugehen und sie auf die Rolle als Vereinsnachwuchs rechtzeitig vorzubereiten.

Der FSV-Kulturpreisträger Günther Hofmann (76) berichtete nicht, wie erwartet, mit ellenlangen Zahlenkolonnen aus der Chronik seiner Heimatstadt. Er brachte seine eigene Gedankenwelt zu Wort. Darin wird vor allem die Liebe zu seiner Heimat deutlich, zu den Kulturlandschaften der Umgebung, zu den alten Gebäuden und Denkmälern früherer Zeit, „die uns noch heute ihren Charme zeigen und uns Kraft, Schutz und Sicherheit geben“. Er mahnte dieses Erbe zu erhalten und aus der Erfahrung im Umgang damit, die Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen. Getreu seinem Motto „Die Macht des Geldes macht den Menschen krank“ setzte er sich dafür ein, die natürlichen Ressourcen und damit die Umwelt zu schonen, damit auch künftige Generationen davor profitieren. Der Windkraft erteilte er eine Absage, weil in der Fränkischen Schweiz „nur Schwacher Wind weht“, Fotovoltaik und Wasserkraft würden hier bessere Resultate erzielen. Eine weitere Erkenntnis seines langen Lebens: „Tourismus formt ganze Landstriche und verändert eine Landschaft“. Damit meint er: „Nicht der Bierweg ist wichtig, sondern die Naturlandschaft in all ihren Facetten“. Und er zählte eine Vielzahl von Tieren auf, die es hier in der „Hollfelder Mulde“ noch gibt. Sein ganz besonderes Augenmerk galt dem Trinkwasser, dass gerade hier in der Gegend noch sehr reichlich und sehr sauber vorhanden ist. Das Wasser muss unbedingt geschützt werden. “Es ist ein unverzichtbarer Garant für gesundes Leben, für hohe Lebensqualität“.

Die Musik an diesem Abend war sehr gut ausgewählt. Die fünfköpfige Hollfelder Gangolfkapelle mit dem Leiter Franz Zwosta und einigen Musiker, die von anderen Kapellen her schon bekannt sind spielte klassische Volksmusik wie Rheinländer und Dreher. Die Drosendorfer Sängerinnen unter Leitung von Hans-Jürgen Huppmann, spielte mittelalterliches (Lustig, lustig ihr lieben Brüder) und auch volkstümliches. Der Liederkranz Hollfeld, er besteht seit 1865 ist ein gemischter Chor, der sich auf heimisches Liedgut (In Franken is schö) eingesungen hat.  Es war ein kurzweiliger Abend nach gewohntem Muster, der vom Verschönerungsverein organisiert worden war.

   

  

Text und Bilder: Reinhard Löwisch