Fränkische Schweiz - Verein e.V.

gegründet 1901

 

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Die Volkstumspflegestätte Morschreuth

Kursangebot Jahresbericht 

35 Jahre "Malschule"

Die Volkstumspflegestätte in Morschreuth, mittlerweile „Kreativzentrum“ genannt, ist seit drei Jahrzehnten ein beliebter und bekannter Platz für Individualisten; für Leute die sich den Sinn für Kunst, Kultur, Natur und Tradition bewahrt haben und ihn hier weiter pflegen. Mehr als 1000 Kurse sind seither durchgeführt worden, mit zehntausenden Teilnehmern aus ganz Deutschland und hunderttausenden Übernachtungen der Kursteilnehmer. Sie sorgten in den 30 Jahren für millionenfachen touristischen Umsatz in Morschreuth und der Gemeinde Gößweinstein, das darf nicht vergessen werden. In der langen Zeit ist die „Malschule“ ihrem Angebot treu geblieben. Seit Anfang an der Dauerbrenner schlechthin ist der Kurs „Malerei auf Holz“, früher als „Bauernmalerei“ bekannt. Sieben Lehrgänge (von insgesamt 31 in 2009) sind dem Thema gewidmet; von der 5-Tage-Schulung bis hin zum zweiwöchigen „Profikurs“ in dem man beispielsweise das Bemalen einer Schützenscheibe lernt. Sie alle hält die Schulleiterin Christel Nunn oder Erika Strigl. Die beiden Damen bieten jeweils im März auch Ostereier-Malkurse an. Ein weiterer Kursschwerpunkt ist die „Hinterglasmalerei“, eine alte und hochinteressante Art des Malens, die fast schon in Vergessenheit geriet. Hier wird von den Grundlagen (Farbmischen, Malen nach Vorlagen) bis hin zu komplizierten Mehrschichtbildern alles Wissenswerte von den beiden „Lehrerinnen“ Christel Nunn und Dorit Schwarzbach (die auch Stoffdruckkurse abhält) erläutert und natürlich auch ausprobiert.  Anspruchsvolle Maltechniken stehen auf dem Programm der neun, je vier Tage langen Seminaren. Vorkenntnisse sind da ob des hohen Anspruchs allerdings schon erwünscht und auch notwendig. Kenntnisse zur Herstellung von „Puppen und Bären zum Liebhaben und Spielen“ lernt man in zwei Kursen von Ingeborg Renken. Die nach „Waldorf-Art“ mit beweglichen Gliedern gefertigten Bären und Puppen halten ein Leben lang und bereiten viel Freude. Bei der Herstellung von Blechblumen und Klosterarbeiten wendet die Kursleitung alte Techniken an, die heute ebenfalls fast vergessen sind. Aus Messingblech wird ein Rosen- oder ein bunter Strauß ausgeschnitten und unter Anleitung von Monica Meyer-Nusser kunstvoll verziert und gefasst. Rita Laxgang zeigt neue Techniken bei der Herstellung von „Klosterarbeiten“. Dabei wird ein Wachsmodell oder ein Hinterglasminiaturbild in ein Kästchenbild eingearbeitet und reich verziert mit Golddrahtornamenten, Perlenblumen und Ranken. Viktoria Büttner kennt noch das notwendige „Know How“ zur Herstellung von Körben der verschiedensten Art, die früher jeder Bauer der Region kannte. In ihrem Wochenendseminar demonstriert sie ihr Wissen an zahlreichen praktischen Beispielen. Die Zeichenkurse (ebenfalls von Broghammer geleitet) kamen in den letzten Jahren neu hinzu. Damit entsprach Nunn den Wünschen der Kursteilnehmer und trug dem Zeitgeist Rechnung. Natürlich wird in allen Kursen nicht nur stur „gebüffelt“. Es bleibt genügend Raum zur persönlichen Entfaltung; in langen Spaziergängen, in gemütlichen „Wirtshaustreffen“ und Ausflügen in die Umgebung. Eine Abschlussfeier am Kursende gehört dazu. Den ursprünglichen Grundgedanken „Kurse für Bäuerinnen“ abzuhalten, hat man nicht aus den Augen verloren. Alle Wochenendkurse sind auch für Einheimische konzipiert, so dass die Teilnehmer bequem jeden Abend nach Hause fahren können. Als „Wellness für Seele und Geist“ bezeichnet Schulleiterin Christel Nunn ihre in Deutschland wohl einmaligen Ganztageskurse.

MORSCHREUTH. Erst war es eine Schule, dann nicht mehr und dann doch wieder. Der FSV ist der Tradition auch bei der Wahl des Gebäudes und der „Schulleiterin“ treu geblieben. 1951 weihte die damalige Gemeinde Morschreuth ihre Dorfschule ein, 1969 schloss man sie wieder im Zuge der Schulreform und das Gebäude stand leer. 1973 erfuhr der damalige Morschreuther Bürgermeister Fritz Müller von seinem Amtskollegen Hans Lang aus Allersdorf, dass der FSV ein Haus für eine geplante Volkstumspflegestätte sucht. Nach intensiven Gesprächen zwischen ihm und dem FSV-Kulturausschuss unter Leitung von Fritz Preis, tatkräftig unterstützt von Fritz Hubert aus Kleingesee einigte man sich auf die alte Schule als Standort der Volkstumspflegestätte. Die erforderlichen 85 000 Mark zum Umbau der Schule kamen ob der politischen Unterstützung des Unternehmens schnell zusammen. Der „Schulbetrieb“ konnte deshalb schon zum 11. Januar 1974 (noch während der Umbauphase) in Morschreuth mit einem Kurs zum Thema Holzmalerei aufgenommen werden. Elisabeth Hümmer vom Landwirtschaftsamt Forchheim (die auch an den Vorgesprächen maßgeblich mitwirkte) führte anfangs die Volkstumspflegestätte, musste die Leitung aber aus beruflichen Gründen bald aufgeben. Mit der Malerin Waltraut Süllner aus Fürth fand der FSV eine kompetente Nachfolgerin. Als sie 1988 unerwartet verstarb übernahm ihre Tochter Christel Nunn (die seit 1977 vor allem Hinterglaskurse abhielt) die Volkstumspflegestätte und führte sie bis auf den heutigen Tag weiter. Ihr einziger Wunsch ist der Fortbestand der Schule. Nunn: „Ich hoffe, dass das große Interesse an den Kursen weiter bestehen bleibt und auch in Zukunft noch recht viele Teilnehmer Spaß an der kreativen Freizeitgestaltung in froher Runde haben“.

FSV Pressewart Reinhard Löwisch

Christel Nunn
Eintrachtstraße 50, 
90409 Nürnberg 
Tel. 0911/351976, (abends bis 22.00 Uhr).
und 0170-9805087
www.kreativzentrum-morschreuth.de

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