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Jahresbericht 2009
Das Fränkische Schweiz Museum stellt jedes Jahr seine Angebote unter ein
besonderes Motto, auf das die Jahresausstellung und das umfangreiche
Vortragsprogramm ausgerichtet sind. Das Jahr 2009 stand ganz unter dem Motto
„Feuer". In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Europäische Ethnologie der
Universität Bamberg spürte das Fränkische Schweiz-Museum den verschiedenen
Facetten des Themas Feuer nach. Heraus kam eine vielseitige, hochinteressante
und dennoch kurzweilige, dabei aber auch noch äußerst lehrreiche Ausstellung.
Sie verknüpfte lokale und globale Aspekte und stellte so regionale
Besonderheiten in einen größeren Kontext. Die Geschichte des Feuermachens, der
Streichhölzer und der Feuerzeuge wurde ebenso beleuchtet wie die der Beleuchtung
und des Heizens und Kochens. Was Feuer anrichten kann erfuhr man ebenso wie die
Geschichte und Entwicklung der Feuerwehren seit der Römerzeit. Der Bereich Feuer
und Recht informierte über Folter und Hexenverbrennung ebenso wie über die
Einführung einer Feuerordnung und der Feuerschau. Bewusst gemacht wurde auch,
dass in der Religion Feuer nicht nur in den Höllen- und Fegefeuervorstellungen
eine bedeutende Rolle spielte: Lichterprozessionen in der Fränkischen Schweiz
wurden deshalb ebenso dokumentiert wie Leichenverbrennungen in Indien.
Die Symbolkraft des Feuers wurde u.a. an der in der Ausstellung gezeigten
original Olympiafackel von 1936 begreiflich. Antworten fand der Besucher im
Museum auch auf Fragen wie: Welche Handwerke können nicht ohne offenes Feuer
auskommen? Woher kommen Redewendungen wie „Ich lege meine Hand für dich ins
Feuer?" Oder was ist eigentlich ein Irrlicht? Wo findet man Feuer im Märchen? In
der lebendigen Darstellung begannen nicht nur die Objekte selbst zu sprechen;
Mitmachstationen und Medienstation vertieften auf äußerst unterhaltsame Weise
die Erkenntnisse und Erfahrungen von Alt und Jung. Die hierfür eingesetzten
Flashplayer bewährten sich nicht nur in hervorragender Weise, sondern wurden von
Besuchern aller Altersstufen gerne an-genommen, um Hintergrund- und
Zusatzinformationen zu erhalten. Dies gibt uns Ansporn, bei der anstehenden
Aktualisierung und Restrukturierung unserer Ausstellungen ebenfalls auf diese
Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten zurückzugreifen. Zu der
Ausstellung erschien ein umfangreicher Begleitband, der neben einer Vielzahl von
Objekten auch alle Texte umfasste. Interessierte Besucher haben somit die
Möglichkeit, zu Hause in Ruhe die Ausstellung noch einmal nachzuvollziehen und
die Eindrücke zu vertiefen sowie über die weiterführende Literatur Weiteres in
Erfahrung zu bringen. Die Ausstellung fand bei den Besuchern eine sehr gute
Resonanz, wie die Einträge im Besucherbuch belegen. Auch von Fachleuten wurde
die Ausstellung gut aufgenommen, wie beispielsweise der Besucherbucheintrag des
Leiters des Deutschen Feuerwehrmuseums sowie eine entsprechende E-Mail an das
Museum bezeugen. Das Thema „Feuer" wird das Fränkische Schweiz-Museum auch noch
länger beschäftigen:
Sie wird zunächst 2010 im archeoParc Schnalstal, Südtirol in verkürzter,
modifizierter Form zu sehen sein. 2011 geht die Ausstellung dann im Rahmen einer
Kooperation mit dem Etnografski Muzej nach Zagreb. Auch das sonstige
Jahresprogramm stand ganz unter dem Motto „Feuer". Ausgewiesene Fachleute
referierten nicht nur im Rahmen des Vortragsprogramms zu den verschiedensten
Aspekten, auch am Internationalen Museumstag wurde ein umfangreiches Programm
geboten. Besonders für Kinder und Jugendliche waren dabei die Löschvorführungen
der Frei-willigen Feuerwehr Tüchersfeld mit historischen und modernen Geräten
ein Höhepunkt. Der Kindererlebnistag war ebenfalls dem Feuer gewidmet. In 7
Workshops konnten insgesamt 70 Kinder sich experimentell mit dem Thema
auseinandersetzen. Die Nachfrage war wesentlich größer, jedoch sind die Plätze
aufgrund von Engpässen bei der Betreuung beschränkt. Neben Mitgliedern des
evangelischen Dekanats Pegnitz und der evangelischen Landjugend Muggendorf
helfen zwar bei der Betreuung auch engagierte Mütter, jedoch werden noch viele
weitere Freiwillige gesucht, um mehr Kindern den Besuch der Veranstaltungen zu
ermöglichen. Interessierte können sich gerne an das Fränkische Schweiz-Museum
direkt wenden. Ein weiterer Höhepunkt war der Familiennachmittag. Groß und Klein
erwartete ein tolles Programm: Eine Tombola mit vielen Preisen, ein
Streichelzoo, ein Luftballonwettbewerb, Buttonprägen und Schminken für Kinder.
Schon Tradition hat der Historische Handwerkermarkt, bei dem Besucher
traditionelles Handwerk lebendig erleben, den Meistern z.T. ausgefallener
Gewerbe (Seiler, Biersieder, Kranzbinder, Buchbinder, Zinngießer, Weber,
Spinner, Korbflechter und viele mehr) bei der Arbeit zu sehen und natürlich auch
Produkte erwerben können.
Große Beachtung fand auch die Sau am Spieß, die nach vielen Jahren heuer
wieder angeboten werden konnte. Last not least ist der Weihnachtsmarkt zu
nennen. Vorweihnachtliche Stimmung erfüllt dann immer den Hof und die
Museumsräume in den Fachwerksgebäuden, die Kunsthandwerker jeweils zu einen der
wohl schönsten Adventsmärkte der Region verwandeln. In beschaulicher Atmosphäre
ließen sich auch 2009 wieder bequem, abseits von Hektik und Stress, Schmuck,
Holzarbeiten, Weihnachtsdeko und vieles Andere mehr entdecken und für die
weihnachtliche Bescherung erwerben. An weiteren Veranstaltungen 2009 sind zwei
geologische Seminare, verbunden mit Exkursionen zu nennen, die sich einerseits
mit den geologischen Höhenpunkten im Truppachtal, anderseits mit der
Vulkanregion Oberleinleiter befassten. Im Rahmen des Sommerprogramms fanden im
Hof des Museums wieder Autorenlesungen und Konzerte statt. Ein Höhepunkt war
zweifelsohne das Feuerkonzert der Bigband des Herder-Gymnasiums. Die Schüler
unter der Leitung von Herrn Michael Tessaro beeindruckten mit einem imposanten,
abwechslungsreichen Programm, das sie in äußerst professioneller Art und Weise
darboten. Den Abschluss des Konzertes in lauschiger Sommernacht bildete die
Feuermusik von Händel, zu der dann vom benachbarten Museumsfelsen ein
gigantisches Feuerwerk gezündet wurde. Last not least ist noch das Jüdische
Kollogium zu erwähnen, zu dem sich wieder sowohl interessierte Laienforscher als
auch Fachleute aus Instituten und Universitäten zum gegen-seitigen Austausch
zusammen fanden.
Für das Fränkische Schweiz Museum Tüchersfeld
Landrat Hübner, Verbandsvorsitzender
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