Fränkische Schweiz - Verein e.V.

gegründet 1901

 

Bauen/Gestalten ] Bildstelle ] Bücherei ] Museum ] Heimatkunde ] Höhlen/Karst ] Jugendarbeit ] Morschreuth ] Mundarttheater ] Naturschutz ] Trachten ] Volksmusik ] Wandern ] Wege ]

Beschreibung Jahresbericht

 Jahresbericht 2009

Das Fränkische Schweiz Museum stellt jedes Jahr seine Angebote unter ein besonderes Motto, auf das die Jahresausstellung und das umfangreiche Vortragsprogramm ausgerichtet sind. Das Jahr 2009 stand ganz unter dem Motto „Feuer". In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Europäische Ethnologie der Universität Bamberg spürte das Fränkische Schweiz-Museum den verschiedenen Facetten des Themas Feuer nach. Heraus kam eine vielseitige, hochinteressante und dennoch kurzweilige, dabei aber auch noch äußerst lehrreiche Ausstellung. Sie verknüpfte lokale und globale Aspekte und stellte so regionale Besonderheiten in einen größeren Kontext. Die Geschichte des Feuermachens, der Streichhölzer und der Feuerzeuge wurde ebenso beleuchtet wie die der Beleuchtung und des Heizens und Kochens. Was Feuer anrichten kann erfuhr man ebenso wie die Geschichte und Entwicklung der Feuerwehren seit der Römerzeit. Der Bereich Feuer und Recht informierte über Folter und Hexenverbrennung ebenso wie über die Einführung einer Feuerordnung und der Feuerschau. Bewusst gemacht wurde auch, dass in der Religion Feuer nicht nur in den Höllen- und Fegefeuervorstellungen eine bedeutende Rolle spielte: Lichterprozessionen in der Fränkischen Schweiz wurden deshalb ebenso dokumentiert wie Leichenverbrennungen in Indien.

Die Symbolkraft des Feuers wurde u.a. an der in der Ausstellung gezeigten original Olympiafackel von 1936 begreiflich. Antworten fand der Besucher im Museum auch auf Fragen wie: Welche Handwerke können nicht ohne offenes Feuer auskommen? Woher kommen Redewendungen wie „Ich lege meine Hand für dich ins Feuer?" Oder was ist eigentlich ein Irrlicht? Wo findet man Feuer im Märchen? In der lebendigen Darstellung begannen nicht nur die Objekte selbst zu sprechen; Mitmachstationen und Medienstation vertieften auf äußerst unterhaltsame Weise die Erkenntnisse und Erfahrungen von Alt und Jung. Die hierfür eingesetzten Flashplayer bewährten sich nicht nur in hervorragender Weise, sondern wurden von Besuchern aller Altersstufen gerne an-genommen, um Hintergrund- und Zusatzinformationen zu erhalten. Dies gibt uns Ansporn, bei der anstehenden Aktualisierung und Restrukturierung unserer Ausstellungen ebenfalls auf diese Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten zurückzugreifen. Zu der Ausstellung erschien ein umfangreicher Begleitband, der neben einer Vielzahl von Objekten auch alle Texte umfasste. Interessierte Besucher haben somit die Möglichkeit, zu Hause in Ruhe die Ausstellung noch einmal nachzuvollziehen und die Eindrücke zu vertiefen sowie über die weiterführende Literatur Weiteres in Erfahrung zu bringen. Die Ausstellung fand bei den Besuchern eine sehr gute Resonanz, wie die Einträge im Besucherbuch belegen. Auch von Fachleuten wurde die Ausstellung gut aufgenommen, wie beispielsweise der Besucherbucheintrag des Leiters des Deutschen Feuerwehrmuseums sowie eine entsprechende E-Mail an das Museum bezeugen. Das Thema „Feuer" wird das Fränkische Schweiz-Museum auch noch länger beschäftigen:

Sie wird zunächst 2010 im archeoParc Schnalstal, Südtirol in verkürzter, modifizierter Form zu sehen sein. 2011 geht die Ausstellung dann im Rahmen einer Kooperation mit dem Etnografski Muzej nach Zagreb. Auch das sonstige Jahresprogramm stand ganz unter dem Motto „Feuer". Ausgewiesene Fachleute referierten nicht nur im Rahmen des Vortragsprogramms zu den verschiedensten Aspekten, auch am Internationalen Museumstag wurde ein umfangreiches Programm geboten. Besonders für Kinder und Jugendliche waren dabei die Löschvorführungen der Frei-willigen Feuerwehr Tüchersfeld mit historischen und modernen Geräten ein Höhepunkt. Der Kindererlebnistag war ebenfalls dem Feuer gewidmet. In 7 Workshops konnten insgesamt 70 Kinder sich experimentell mit dem Thema auseinandersetzen. Die Nachfrage war wesentlich größer, jedoch sind die Plätze aufgrund von Engpässen bei der Betreuung beschränkt. Neben Mitgliedern des evangelischen Dekanats Pegnitz und der evangelischen Landjugend Muggendorf helfen zwar bei der Betreuung auch engagierte Mütter, jedoch werden noch viele weitere Freiwillige gesucht, um mehr Kindern den Besuch der Veranstaltungen zu ermöglichen. Interessierte können sich gerne an das Fränkische Schweiz-Museum direkt wenden. Ein weiterer Höhepunkt war der Familiennachmittag. Groß und Klein erwartete ein tolles Programm: Eine Tombola mit vielen Preisen, ein Streichelzoo, ein Luftballonwettbewerb, Buttonprägen und Schminken für Kinder. Schon Tradition hat der Historische Handwerkermarkt, bei dem Besucher traditionelles Handwerk lebendig erleben, den Meistern z.T. ausgefallener Gewerbe (Seiler, Biersieder, Kranzbinder, Buchbinder, Zinngießer, Weber, Spinner, Korbflechter und viele mehr) bei der Arbeit zu sehen und natürlich auch Produkte erwerben können.

Große Beachtung fand auch die Sau am Spieß, die nach vielen Jahren heuer wieder angeboten werden konnte. Last not least ist der Weihnachtsmarkt zu nennen. Vorweihnachtliche Stimmung erfüllt dann immer den Hof und die Museumsräume in den Fachwerksgebäuden, die Kunsthandwerker jeweils zu einen der wohl schönsten Adventsmärkte der Region verwandeln. In beschaulicher Atmosphäre ließen sich auch 2009 wieder bequem, abseits von Hektik und Stress, Schmuck, Holzarbeiten, Weihnachtsdeko und vieles Andere mehr entdecken und für die weihnachtliche Bescherung erwerben. An weiteren Veranstaltungen 2009 sind zwei geologische Seminare, verbunden mit Exkursionen zu nennen, die sich einerseits mit den geologischen Höhenpunkten im Truppachtal, anderseits mit der Vulkanregion Oberleinleiter befassten. Im Rahmen des Sommerprogramms fanden im Hof des Museums wieder Autorenlesungen und Konzerte statt. Ein Höhepunkt war zweifelsohne das Feuerkonzert der Bigband des Herder-Gymnasiums. Die Schüler unter der Leitung von Herrn Michael Tessaro beeindruckten mit einem imposanten, abwechslungsreichen Programm, das sie in äußerst professioneller Art und Weise darboten. Den Abschluss des Konzertes in lauschiger Sommernacht bildete die Feuermusik von Händel, zu der dann vom benachbarten Museumsfelsen ein gigantisches Feuerwerk gezündet wurde. Last not least ist noch das Jüdische Kollogium zu erwähnen, zu dem sich wieder sowohl interessierte Laienforscher als auch Fachleute aus Instituten und Universitäten zum gegen-seitigen Austausch zusammen fanden.

Für das Fränkische Schweiz Museum Tüchersfeld 
Landrat Hübner, Verbandsvorsitzender

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