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Kurzinfo des AK Bauen und GestaltenIn der Zeit nach dem Krieg, in der Zeit des Wiederaufbaus entwickelte sich die Einstellung, dass das Alte überholt sei - alt = altmodisch. Schwerwiegende Auswirkungen hatte diese Einstellung bei Restaurierungen und Neubauten. Man orientierte sich nicht mehr an alten Vorbildern. Unterstützt wurde diese Entwicklung dadurch, dass auf einmal alle Baumaterialien zur Verfügung standen, die man beliebig kombinieren konnte. Es wurden flache Dachneigungen vorgeschrieben, es kam zu übergroßen Fensteröffnungen, Dachüberständen, Kniestöcken usw. - kurz, es veränderten die Neubauten das Bild unserer Dörfer. Die ersten Notizen zum Thema "Bauen in der Fränkischen Schweiz" finden sich in Einladungen von Dr. Amandus Deinzer zu Sitzungen des Kulturausschusses im Mai und Juni 1965. Gründung ArbeitskreisAm Samstag, dem 28. Juli 1973, wurde im Rahmen einer Sitzung des Kulturausschusses der Arbeitskreis "Bauen und Gestalten" auf Burg Pottenstein gegründet. Fritz Preis, Vorsitzender des Kulturausschusses, schreibt in der Vereinszeitschrift von III/73, dass Anregungen zum Fränkischen Bauen bereits von Architekten und Bauplanern aufgegriffen werden. Dies mag im Einzelfall so gewesen sein; doch es fehlte noch die Breitenwirkung, es fehlten die Vorbilder von gelungenen Neubauten. In der Vereinszeitschrift IV/73 wurden von Fritz Preis verschiedene Kriterien zum Fränkischen Bauen als Diskussionsgrundlage vorgestellt, die im Lauf der Zeit überarbeitet und weiter entwickelt wurden. Stiftung Schmuckziegel 1974Die Möglichkeit, dem Arbeitskreis eine entsprechende Plattform in der Öffentlichkeit zu verschaffen, war die Idee "unserer Baronin" Gudila Freifrau von Pölnitz: die Schmuckziegel-Stiftung. Zitat aus der Stiftungsurkunde vom 17.11.74: "Das Bild unserer Heimat ist geprägt von der Eigenart ihrer Landschaft und der Bautradition ihrer Städte und Dörfer". In diesem Sinne sollen landschaftsbezogene Neubauten ausgezeichnet werden und zwar immer am 17. November, dem Geburtstag der Stifterin. Im Mai 1975 wurde bei einer Sitzung des Arbeitskreises Bauen und Gestalten die Aktion Schmuckziegel gegründet. Im Zusammenhang mit dieser Aktion spricht man dann nicht mehr vom Arbeitskreis, sondern vom "Kuratorium Schmuckziegel". 1975 wurden die ersten Schmuckziegel in Egloffstein vergeben. Im Lauf der Zeit wurde dann folgendes Auszeichnungsschema entwickelt:
AktivitätenDie Entwicklung der Kriterien für das "Bauen bei uns" war von Anfang an eine Hauptaufgabe. Mittlerweile liegen drei Bauberater vor:
Neben einzelnen Artikeln von Mitarbeitern zu baulichen Themen wurde das Heft 4/95 vom AK gestaltet. Dazu werden Einzelberatungen vor Ort angeboten. Hier zeigt sich, dass Beratungen oft zu spät angefordert werden. Nachdem Gespräche mit Bauherren bisher nur auf einer "theoretischen" Ebene verlaufen sind, weil das "Anschauungsmaterial" fehlte, wurde ein Diavortrag erarbeitet, der die Kriterien deutlich macht (Gegenüberstellung von guten und schlechten Beispielen). Dieser Vortrag wird noch in einer schriftlichen Form vorgelegt. Ein großes Dankeschön gebührt hier der Ludwig- Müller-Stiftung für ihre finanzielle Unterstützung. Vorträge mit externen Referenten wurden ebenfalls abgehalten (Thomas Lauer vom Bay. Landesverein für Heimatpflege München, Prof. Dr. Philipp Hümmer, Heiligenstadt). Die Schmuckziegelaktion (beschränkt auf die Fränkische Schweiz) wird in drei Abschnitten durchgeführt: - Sichtung der eingegangenen Meldungen mit Diskussion, ob das Objekt nicht schon von vornherein ausgeschieden werden muss (z.B. schlechte Form des Baukörpers) oder ob eine Bewertung vor Ort notwendig ist; - Rundfahrt, Diskussion vor Ort und Bewertung in geheimer Abstimmung (kann das Haus Vorbild sein?); - Verleihung der Auszeichnungen am 17.11. (Würdigung der Preisträger und Diavortrag über deren Baumaßnahmen). Zu den monatlichen Sitzungen kommen noch interne Veranstaltungen (z.B. Fahrten nach Bad Windsheim, Frensdorf und Thüringen; Diskussion mit dem Landesamt für Denkmalpflege). Als Fortführung des Diavortrages wird bereits an einem Buch gearbeitet, das alles, was mit unserer Bautradition zusammenhängt, zum Inhalt haben wird. 1993 erhielt der AK einen Sonderpreis innerhalb des Wettbewerbs "Bayerischer Heimatpreis der Volks- und Raiffeisenbanken". Bisherige Leiter des AK Fritz Preis, Walter Büttner, Hans-Peter Reck, Gerhard Wittmann (bis Ende 2004), Hermann Bieger (bis 6.12.2005) und seither Jürgen Schönfelder aus Forchheim. |